Harrier GR. Mk 3 ZD670 im Einsatz bei der No IV (AC) Squadron beim Start von Gütersloh. Foto: © W. Zetsche

Harrier GR. Mk 3 ZD670 im Einsatz bei der No IV (AC) Squadron beim Start von Gütersloh. Foto: © W. Zetsche

Mit der Seriennummer ZD670 war dieser Harrier GR. Mk 3 der letzte jemals gebaute dieser Version im Dienst der Royal Air Force. Hergestellt wurde er im Herbst 1986 in Dunsfold, der Erstflug fand am 28.11.1986 statt, die RAF übernahm den Jagdbomber kurz danach am 22. Dezember des gleichen Jahres.

Als erste Einheit erhielt die No 3 (Fighter) Squadron mit Standort in Gütersloh das Flugzeug und setzte es fortan mit dem Buchstabencode „W“ hauptsächlich in der Jagdbomberrolle ein. Die Einheit verfügte über 16 einsitzige Harrier GR. Mk 3 und zwei Trainer vom Typ Harrier T. Mk 4.

Während der Umrüstung auf den neuen Harrier GR. Mk 5 gab die No 3 Sqn. den Harrier am 28.09.1988 an die Schwesterstaffel, die No IV (Army Co-operation) Squadron, am selben Standort ab. Dort erhielt der Harrier den Code „P“ innerhalb der Einheit. Die No 4 Sqn. hatte zwei wichtige Aufgaben im täglichen Einsatz. Zu 60 Prozent flog sie in der Jagdbomberrolle, 40 Prozent der Einsätze wurden in der taktischen Aufklärung geflogen.

Genau fünf Monate nach der Auslieferung an die No 4 Sqn. blieb der Senkrechtstarter zum Ende eines Einsatzes am 28.02.1989 nach schweren Regenfällen bei der Landung beim Abrollen im schlammigen Boden neben der Landebahn stecken. Das Flugzeug wurde geborgen und konnte nach kurzer Wartungszeit in der Harrier Service Flight wieder fliegen.

ZD670 aufgenommen bei der Luftbetankung durch eine VC10 am 16. März 1989 © Peter R. Foster

ZD670 aufgenommen bei der Luftbetankung durch eine VC10 am 16. März 1989 © Peter R. Foster

Am 2. August 1990 flog der Harrier GR Mk. 3  ZD670 seinen letzten Einsatz von Gütersloh aus. Die Maschine wurde nach Großbritannien geflogen und fortan von der No 233 Operational Conversion Unit in Wittering in der Trainingsrolle eingesetzt und erhielt den Buchstabencode „3C“.

Vom 19.02. bis 21.02.1991 besuchte der ZD670 RAF Gütersloh ein letztes Mal im Rahmen eines zweitägigen Jahres-Treffens aller britischen Harrier-Nutzer.

Harrier GR. Mk 3 im Dienst der No 1417 Flight in Belize, hier fotografiert auf einem Flugtag in Großbritannien. Foto: © via D. Taylor

Harrier GR. Mk 3 im Dienst der No 1417 Flight in Belize, hier fotografiert auf einem Flugtag in Großbritannien. Foto: © via D. Taylor

Mehrere Monate flog der ZD670 dann bei der Überseeinheit No 1417 Flight in Belize und besuchte zwischendurch wenigstens einmal Großbritannien. Am 21. August 1993 war er auf der US-Basis RAF Alconbury zu sehen, in den Händen der No 233 OCU. Für den Harrier GR Mk. 3 kam kurz danach, nach nur knapp acht Jahren im Flugeinsatz am 29. Juni 1994 die Außerdienststellung aus dem aktiven Dienst.

Harrier GR. Mk 3 ZD670 Cockpit Sektion vor der Abtrennung der Triebwerkseinläufe von D. Taylor. Foto: © D. Taylor

Harrier GR. Mk 3 ZD670 Cockpit Sektion vor der Abtrennung der Triebwerkseinläufe von D. Taylor. Foto: © D. Taylor

Das Flugzeug wurde eingemottet und im Jahr 2004 an einen privaten Investor verkauft. Durch ihn erhielt der Harrier einen außer-gewöhnlichen und auffälligen Anstrich inklusive einer Schnauze mit Zähnen. In dieser Bemalung wurde der Jet in der Sega Game World im Trocadero Center in London unter die Decke gehängt. Nach der Schließung der Sega Games World wurde das Flugzeug verschrottet, nur das Cockpit überlebte. Nach einer Stippvisite in South Molton, Devon kam das Cockpit im Mai 2007 dann zu einem privaten Sammler im deutschen Ilshofen.

Harrier GR. Mk 3 ZD670 nach der Fertigstellung in der Lackiererei Thomas Gerks in Gütersloh. Foto: © M. Tecklenborg

Harrier GR. Mk 3 ZD670 nach der Fertigstellung in der Lackiererei Thomas Gerks in Gütersloh. Foto: © M. Tecklenborg

Im Oktober 2014 fand das Cockpit in der Folge den Weg zurück in den Kreis Gütersloh und ist nun Teil der Sammlung des Vereins zur Dokumentation der Luftfahrtgeschichte in Gütersloh.